Diese Wasserpumpe braucht keine fremde Energie. Sie nützt das Wasser selbst als Antrieb. Wegen des stossenden Rhythmus heisst sie «Widder».

Ein Widder ist ideal für Häuser oder Ställe ohne Elektrizität. Wenn in der Nähe ein Bach oder Teich ist, braucht es nur ein kleines Gefälle, keine weitere Energie. Das Wasser aus der Triebleitung beschleunigt sich im engeren Schlagventil. Dieses schliesst sich durch Unterdruck schlagartig.
Das Wasser öffnet nun das Kesselventil nach oben und strömt in den Luftkessel. Dort komprimiert sich die Luft, und der Gegendruck schliesst das Kesselventil. Das Wasser will jetzt aus dem Überdruck im Kessel entweichen und steigt in der Förderleitung aufwärts. Gleichzeitig lässt in der Triebleitung der Druck nach, wenn das Kesselventil geschlossen ist. Das Schlagventil öffnet sich wieder. Der Ablauf beginnt von neuem.
Ein Widder kann Wasser bis zur 15-fachen Höhe aufwärts pumpen. Das pulsierende System arbeitet nach einmaligem Anstossen weiter, solange Wasser nachfliesst. Dieses Modell wird mit 80 bis 150 Litern pro Minute angetrieben.
Der erste Widder wurde 1797 in Frankreich patentiert, danach folgten weitere Länder. In der Schweiz stellte Johann Georg Schlumpf ab 1885 Widder her. 1923 entwickelte er die automatische Selbstbelüftung. Sie füllt das Luftpolster im Kessel, sodass die Widder jahrzehntelang ohne Wartung laufen.
Dieser Widder ist ein Modell von 1923. Wer ihn früher nutzte, ist nicht mehr bekannt. Zuletzt lagerte er im Haslital. Der Besitzer einer Scheunensammlung bot ihn über den Förderverein Ballenberg dem Museum an.
Der Widder ergänzt das Freilichtmuseum technologisch. Er macht das klopfende Geräusch wieder lebendig, das früher in vielen Berglandschaften ertönte. 2021 wurde er restauriert und installiert. Im Museum gibt es keinen natürlichen Bach, daher pumpt der Widder in einem künstlichen, geschlossenen Wasserkreislauf.